Frau G.B. verlässt ihr Haus stets mit einem Gehstock, der ihr beim Treppensteigen hilft und ihr eine Hand freihält. Auf ihrem Weg durch die Borsigallee, die sie oft frequentiert, ist sie besonders aufmerksam auf Stolperfallen, die durch unebene Pflastersteine und Kieselsteine entstehen. Diese Gefahren sieht sie als ernsthafte Risiken für Menschen, die einen Rollator benutzen. Positiv hervorhebt sie, dass alle Geschäftseingänge ebenerdig sind, was auf die barrierearm gebauten Strukturen der 70er Jahre zurückzuführen ist.
Ihr Spaziergang ist Teil einer Umfrage des Nachbarschaftszentrums Brüser Berg (NBB), das die Situation älterer Menschen kritisch beleuchtet. Kritische Punkte sind hier Stolperfallen, fehlende Sitzgelegenheiten und Hindernisse an Bushaltestellen. Obwohl G.B. einige der Probleme anerkennt, ist sie mit den Angeboten für Senioren zufrieden. Ihr Ziel ist ein Seniorenmittagessen im NBB, wo sie sich gerne mit anderen trifft. Unterwegs bemerkt sie auch das neue Franchise „Eli die Fee“, das Unterstützung für Pflegebedürftige bietet.
Ein weiteres Thema sind die barrierefreien Bushaltestellen. Die Haltestelle Riemannstraße hat laut Birgit Ratz, der Vorsitzenden des Vereins „Lebensqualität im Alter e.V.“, einen hohen Bordstein, der ein Problem für gehbehinderte Personen darstellt. Es wurde ein Umbau geplant, der jedoch nicht umgesetzt wurde. Ratz leitet zudem zwei Demenz-WGs in der Nähe, die gut geförderte, seniorengerechte Wohnungen anbieten.
Obwohl die Bewohner der Wohnanlagen von verschiedenen Aktivitäten wie Yoga und Bingo profitieren, ist die Anbindung an die Gemeinschaft nicht gegeben, da die Bewohner meist nur für notwendige Einkäufe ins Zentrum gehen. Ratz weist auch darauf hin, dass geeigneter, barrierefreier Wohnraum für Senioren mit normalen Renten fehlt, da viele in ihren eigenen Immobilien bleiben und somit den Wohnraumversatz für Familien behindern. Ein Wohnungstausch oder der Abriss großer Einfamilienhäuser könnten Lösungen für das Wohnraumproblem darstellen.
